Fahrgastrechte

von Fernbus-Passagieren

iRechtAb 1. März 2013 findet die EU-Verordnung 181/2011 Anwendung, diese regelt die Ansprüche von Fernbus-Passagieren bei nationalen und europäischen Wegstrecke über 250 km.

Annullierung, Verzögerung der Abfahrt um mehr als 120 Minuten

Wird der Linienverkehrsdienst annulliert oder verzögert sich die Abfahrt von einer Bushaltestelle um mehr als 120 Minuten, hat der Fahrgast Anspruch auf:

  • Fortsetzung der Fahrt oder Weiterreise mit geänderter Streckenführung oder
  • Erstattung des Fahrpreises durch den Beförderer.

Bei Annullierung oder Verzögerungen von mehr als 90 Minuten bei Fahrten über 3 Stunden hat der Beförderer dem Fahrgast Folgendes anzubieten:

  • Imbisse, Mahlzeiten oder Erfrischungen in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit oder Verspätung, sofern sie im Bus oder beschaffbar sind sind und
  • ein Hotelzimmer oder eine andere Unterkunftsmöglichkeit, sofern der Aufenthalt über Nacht erforderlich ist. Der Beförderer kann Gesamtkosten auf 80 Euro/Nacht und höchstens 2 Nächte beschränken.

Der Unterkunftsanspruch besteht jedoch nicht, wenn Annullierung oder Verspätung durch Wetterbedingungen oder Naturkatastrophen bedingt sind. Für eine verspätete Ankunft – etwa durch Stau – trifft die Verordnung keine Regelungen.

Fahrtfortsetzung bei Betriebsstörung

Wird ein Bus während der Fahrt betriebsunfähig, muss der Beförderer dafür Sorge tragen, dass man mit einem anderen Fahrzeug die Reise fortsetzen kann.

Tod oder Körperverletzung von Fahrgästen, Verlust oder Beschädigung eines Gepäckstückes:

Bei Unfällen haben die Fahrgäste einen Anspruch auf Entschädigung bei Tod oder Köperverletzung sowie bei Verlust oder Beschädigung von Gepäck. Die Höchstgrenzen liegen bei

  • 220 000 Euro je Fahrgast
  • 1 200 Euro je Gepäckstück.

Der Beförderer hat zudem Hilfe auf die unmittelbaren praktischen Bedürfnisse der Fahrgäste zu leisten (erforderliche Unterbringung, Verpflegung, Kleidung, Beförderung und erste Hilfe). Der Beförderer kann die Gesamtkosten der Unterbringung auf 80 Euro/Nacht pro Fahrgast beschränken.

Pferdefuß: Stau

Die Verordnung sieht keine Entschädigung für Fahrgäste vor, bei denen sich die Ankunft am Zielort aufgrund von Stau oder ähnlichem verzögert. Hier ist der Fahrgast auf die Kulanz des Anbieters angewiesen. Nur wer an der Haltestelle auf den Bus warten muss, hat das Recht auf eine Entschädigung.

Entschädigung für Rollstühle und andere Mobilitätshilfen:

Unabhängig von der Entfernung im Linienverkehr haften Beförderer und Busbahnhofbetreiber für von ihnen verursachte Verluste oder Beschädigungen von Rollstühlen und anderen Mobilitätshilfen oder Hilfsgeräten.

Informationsrechte, Beschwerdesystem:

Die Fahrgäste haben Rechte auf Information sowie die Unterrichtung über die Fahrgastrechte. Die Beförderer müssen ein System zur Bearbeitung von Beschwerden einrichten.

Rechte für Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität:

Behinderten Menschen sowie Personen mit eingeschränkter Mobilität darf die Mitnahme an Bord nicht verweigert werden, es sei denn die Beförderung ist aufgrund der Bauart des Fahrzeugs oder der Infrastruktur physisch nicht möglich. Gleichzeitig haben sie einen Anspruch auf Hilfeleistung an bestimmten Busbahnhöfen. Der Hilfsbedarf muss bis spätestens 36 Stunden vorher angemeldet werden.

(ohne Gewähr) Mehr Infos: →Fahrgastrechte Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz